Wandern und Trailrunning: zwei ganz unterschiedliche Begriffe
Wandern – eine für alle zugängliche Wanderaktivität
Wandern ist in erster Linie eine Wanderaktivität im Freien: im Wald, in den Bergen, auf Fernwanderwegen oder auf Kammwegen. Es ist eine Freizeitbeschäftigung an sich, kein Wettkampf. Das Ziel? Landschaften entdecken, sich Zeit nehmen, um das Panorama zu bewundern, neue Energie tanken.
Was man gemeinhin als „Wandern“ bezeichnet, umfasst in Wirklichkeit mehrere Aktivitäten:
- Wandern (die gängigste Form)
- Trekking, für mehrtägige Langstreckenwanderungen, oft im Hochgebirge
- Nordic Walking mit Stöcken auf abwechslungsreichen Strecken
- Radwandern, Reiten oder Schneeschuhwandern im Winter
Die Fernwanderung (GR) wird auf unterschiedlichen Strecken und mit unterschiedlichen Höhenunterschieden praktiziert, vom Waldweg in den Vogesen bis zu den Alpenpässen. Keine Stoppuhr, willkommene Pausen und ein Tempo, das jeder an seine körperliche Verfassung anpasst. Es ist eine der zugänglichsten sportlichen Aktivitäten überhaupt.
Trailrunning – Laufen inmitten der Natur
Trail oder Trailrunning bezeichnet das Laufen im Freien. Bergpfade, Unterholz, felsige Wege, manchmal sogar Wüste oder Nationalpark: Genau das macht diese Disziplin aus. Man spricht auch von „Traillauf“ oder „Laufen auf Trails“.
Im Gegensatz zum Wandern ist Trailrunning eine eigenständige Sportart mit echter körperlicher Anstrengung, regelmäßigem Training und oft auch einem Wettkampfcharakter. Das Einteilen der Kräfte beim Trailrunning ist entscheidend für die Leistung: Stundenlanges Laufen mit starkem Höhenunterschied erfordert eine gute Vorbereitung.
Trail-Arten: vom „Naturlauf“ bis zum Ultra-Trail
Der französische Leichtathletikverband (FFAT) unterteilt Trail-Wettkämpfe je nach Distanz und Höhenunterschied in vier große Kategorien:
|
Art |
Distanz |
Profil |
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Naturlauf |
Weniger als 21 km |
Einfach, guter Einstieg für Anfänger |
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Schnuppertrail |
21 bis 42 km |
Für Fortgeschrittene, anhaltende Anstrengung |
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Trail |
42 bis 80 km |
Fortgeschrittene, lange Dauer |
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Ultra-Trail |
Mehr als 80 km |
Experten, absolute Selbstüberwindung |
Der Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) ist das bekannteste Beispiel: über 170 km und 10.000 m positiver Höhenunterschied rund um das Mont-Blanc-Massiv. Eine extreme Trail-Strecke, die Läufer aus aller Welt zum Träumen (und Zittern) bringt.
Die Intensität der Anstrengung beim Trail-Lauf im Vergleich zum Wandern
Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Trailrunning und Wandern am deutlichsten.
Beim Wandern ist die Anstrengung schrittweise und anpassbar. Man geht in seinem eigenen Tempo, hält an, um vor einem schönen Panorama eine kleine Mahlzeit zu sich zu nehmen, und passt die Tour an die eigene körperliche Verfassung des Tages an. Der Höhenunterschied kann beträchtlich sein – ein schöner Tag im Zentralmassiv oder in den Vogesen kann leicht mehr als 1.000 Höhenmeter betragen –, doch das Tempo bleibt kontrolliert.
Beim Trail ist die Intensität hoch und anhaltend. Der Läufer legt Kilometer um Kilometer und steile Anstiege hinter sich, ohne wirklich anzuhalten, und teilt dabei seine Energie über die gesamte Strecke ein. Der Aufstieg beim Trail beansprucht Beine, Herz-Kreislauf und Kopf stark. Der Abstieg in natürlicher Umgebung, der oft technisch anspruchsvoll ist, erfordert Konzentration und athletische Fähigkeiten. Es ist ein Ausdauersport, der eine echte körperliche Fitness erfordert
Wie bereitet man sich auf den Trail-Lauf vor?
Vor allem körperliche Vorbereitung
Die Vorbereitung auf den Trail-Lauf lässt sich nicht improvisieren. Bauen Sie einige Wochen vor Ihrem ersten Rennen Folgendes ein:
- Laufeinheiten auf abwechslungsreichem Gelände (idealerweise mit Höhenunterschieden)
- Kraft trainingseinheiten (Knie, Knöchel, Rumpf)
- Lange Läufe in moderatem Tempo, um Ausdauer aufzubauen
- Abwechselnde Anstiege und Abstiege, um Ihre Schritte an das natürliche Gelände zu gewöhnen
Die goldene Regel: Testen Sie Ihre gesamte Ausrüstung, einschließlich Verpflegung und Flüssigkeitszufuhr, während des Trainings. So gibt es am Tag des Rennens keine Überraschungen.
Die Verpflegung – ein entscheidender Faktor für das Leistungsmanagement
Beim Trailrunning ist die Verpflegungsplanung genauso wichtig wie die körperliche Fitness. Planen Sie ein:
- Wasser (mindestens 0,5 l pro Stunde Belastung) – nach einem langen Anstieg macht ein guter Schluck kühles Wasser den entscheidenden Unterschied.
- Energieriegel und Gels, die für Ausdauerläufe geeignet sind.
- Bei Trail-Wettkämpfen solltendie Verpflegungsstationen im Voraus ausfindig gemacht werden.
Bei mehrtägigen Trekkingtouren gestaltet sich die Verpflegung anders: Kocher, gefriergetrocknete Lebensmittel, gefiltertes Wasser. Eine Kunst für sich.
Welche Ausrüstung braucht man für Wanderungen und Trailrunning?
Rucksäcke: Auf die Aktivität abgestimmtes Volumen
Die Wahl des Rucksacks hängt direkt von der Anstrengung und der Dauer der Tour ab.
Für Wanderungen:
- Tagesausflug → Rucksack mit 10 bis 35 Litern
- 2–3-tägige Wanderung → 30 bis 50 Liter
- Selbstversorgende Trekkingtour von 4 Tagen und mehr → 45 bis 70 Liter mit Hüftgurt zur Lastverteilung
Für den Trail:
- Naturlauf (< 21 km) oder Schnupper-Trail → 5 bis 8 Liter (Hüftrucksack oder Trinkrucksack)
- Trail (42–80 km) → 8 bis 12 Liter
- Ultra-Trail → bis zu 20 Liter
Das Gewicht, das Sie tragen, wirkt sich direkt auf Ihre Laufleistung aus. Beim Trail-Lauf ermöglichen Trinkrucksäcke das Trinken ohne anzuhalten: ein echter Vorteil bei Langstrecken-Trail-Wettkämpfen.
Wanderschuhe vs. Trail-Laufschuhe
Das ist der wichtigste Bestandteil der Ausrüstung. Die beiden dürfen auf keinen Fall verwechselt werden!
- Hoher oder niedriger Schaft, je nach Untergrund und Traglast
- Hervorragender Halt für den Knöchel, unverzichtbar auf unebenem Gelände mit schwerem Rucksack
- Sohle, die für eine Vielzahl von natürlichen Untergründen geeignet ist
- Gore-Tex-Membran (wasserdicht und atmungsaktiv) bei wechselhaften Wetterbedingungen empfohlen
- Leicht und flexibel, ähnlich wie Laufschuhe
- Profilierte Sohle für maximalen Halt auf schlammigem, felsigem oder rutschigem Untergrund
- Integrierter Steinschutz zum Schutz des Fußes vor Steinen und Geröll auf den Trails
- Gute Dämpfung, um Stöße bei kilometerlangen Abfahrten abzufedern
Kann man mit Trail-Laufschuhen wandern? Ja, auf trockenem Untergrund und für erfahrene Wanderer. Für Anfänger ist ein Wanderschuh jedoch sicherer: Er bietet besseren Halt und schützt die Gelenke auf langen Strecken besser.
Die Kleidung: das 3-Schichten-System
Egal, ob Sie sich für Wandern oder Trailrunning entscheiden, das 3-Schichten-Prinzip gilt:
- 1. Schicht (Funktionsunterwäsche): leitet Schweiß ab
- 2. Schicht (Fleece oder Softshell): hält die Wärme
- 3. Schicht (wasserdichte Jacke): schützt vor Witterungseinflüssen
Beim Trailrunning bevorzugt man ultraleichte und komprimierbare Kleidung, um den Rucksack nicht unnötig zu beschweren. Beim Wandern gönnt man sich etwas mehr Komfort. In beiden Fällen sind Socken aus Merinowolle ideal für Ausflüge im Winter: Sie isolieren gut und leiten gleichzeitig Feuchtigkeit ab.
Wanderstöcke: nützlich in beiden Disziplinen
Nicht vorgeschrieben, aber im Aufstieg und auf technisch anspruchsvollem Gelände wirklich nützlich. Beim Wandern entlasten sie die Gelenke und helfen beim Vorankommen auf Schnee oder rutschigem Untergrund. Beim Trailrunning sind sie bei den meisten Langstrecken-Trailwettkämpfen erlaubt; auf ebenem Gelände können sie jedoch sperrig werden.
Wandern vs. Trailrunning: Eine Übersicht, die Ihnen bei der Entscheidung hilft
Wandern und Trailrunning sind zwei Outdoor-Aktivitäten, bei denen man abwechslungsreiche Landschaften entdecken und sich gleichzeitig körperlich betätigen kann. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem Tempo, ihren Zielen und den damit verbundenen Anforderungen.
Wandern zeichnet sich aus durch:
- Art der Aktivität: Freizeitwandern in der Natur.
- Tempo und Anstrengung: moderat und je nach Leistungsniveau und Strecke anpassbar.
- Vorbereitung: geeigneteAusrüstung und Routenplanung.
- Streckenlänge: , je nach Zielen und Dauer der Tour variierend.
- Positiver Höhenunterschied: variabel , von gering bis erheblich, je nach Gelände.
- Ziel: Entdeckung, Beobachtung der Landschaften, Wohlbefinden und Freude am Erlebnis.
- Erforderliches Niveau: für alle zugänglich, ohne besondere Voraussetzungen.
Trailrunning hingegen ist eine anspruchsvollere Sportart:
- Art der Aktivität: Laufen in der Natur.
- Tempo und Anstrengung: gleichmäßig, mit meist hoher Intensität.
- Vorbereitung: spezifisches körperliches Training, Belastungsmanagement und geeignete Ausrüstung.
- Distanz: in der Regel zwischen 10 km und über 170 km.
- Positiver Höhenunterschied : zentrales Element der Sportart, oft erheblich.
- Ziel: Leistung, sportliche Herausforderung und Überwindung der eigenen Grenzen.
- Erforderliches Niveau: Gute körperliche Verfassung erforderlich.
Unser Tipp von Speck Sports
Bei uns sagen wir oft, dass Wandern der beste Einstieg in den Trailrunning-Sport ist. So können Sie die Wege erkunden, Ihr Laufgefühl unter natürlichen Bedingungen entwickeln und sich in die Berge verlieben, bevor Sie das Tempo steigern.
Sind Sie Anfänger? Beginnen Sie mit ein paar schönen Wandertagen in den Vogesen oder in den Alpen. Sie lieben Herausforderungen und möchten noch weiter gehen? Dann machen Sie sich an die Vorbereitung auf Ihren ersten Schnupper-Trail.